AHV-Rente berechnen: So viel bekommst du (2026)
AHV-Rente berechnen leicht gemacht: Beitragsjahre, Durchschnittseinkommen, Skala 44 und die neue 13. AHV-Rente – mit allen Zahlen für 2026.
Die AHV ist das Fundament deiner Altersvorsorge – und doch wissen die wenigsten, wie viel sie im Alter wirklich erhalten. Wer seine AHV-Rente berechnen will, stösst schnell auf Begriffe wie «Skala 44», «massgebendes Durchschnittseinkommen» oder «Ehepaar-Plafond». Klingt kompliziert, folgt aber einer klaren Logik. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie deine Rente entsteht, welche Beträge 2026 gelten, was Beitragslücken kosten und was die neue 13. AHV-Rente bedeutet.
Die zwei Stellschrauben: Beitragsjahre und Einkommen
Deine AHV-Altersrente hängt von genau zwei Faktoren ab:
- Die Anzahl deiner Beitragsjahre – also wie lückenlos du eingezahlt hast.
- Dein durchschnittliches Jahreseinkommen über das ganze Erwerbsleben.
Der Beitragssatz für Arbeitnehmende beträgt 5,3 % des Lohns für AHV/IV/EO (der Arbeitgeber zahlt denselben Anteil noch einmal). Selbstständige tragen den vollen Satz, Nichterwerbstätige zahlen einen einkommens- und vermögensabhängigen Mindestbeitrag.
Wie hoch ist die AHV-Rente 2026?
Die AHV ist nach oben und unten gedeckelt. Für eine volle Beitragsdauer von 44 Jahren gelten 2026 folgende Werte:
| Rente (bei 44 Beitragsjahren) | pro Monat | pro Jahr |
|---|---|---|
| Minimalrente Einzelperson | CHF 1’260 | CHF 15’120 |
| Maximalrente Einzelperson | CHF 2’520 | CHF 30’240 |
| Ehepaar-Plafond (max. zusammen) | CHF 3’780 | CHF 45’360 |
Wichtig für Verheiratete und eingetragene Partnerschaften: Die beiden Einzelrenten zusammen dürfen den Ehepaar-Plafond von CHF 3’780 pro Monat nicht übersteigen. Hätten beide einzeln Anspruch auf die Maximalrente von CHF 2’520, ergäbe das rechnerisch CHF 5’040 – ausbezahlt werden aber höchstens CHF 3’780. Die Renten werden in diesem Fall anteilig gekürzt (plafoniert).
So wird deine AHV-Rente berechnet
Hinter der Rente steht die sogenannte Rentenformel der AHV. Vereinfacht läuft die Berechnung in drei Schritten ab:
Schritt 1: Massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen
Die AHV summiert alle deine während des Erwerbslebens erzielten Einkommen, teilt sie durch die Beitragsjahre und passt das Ergebnis an die Lohn- und Preisentwicklung an (Aufwertung). Hinzu kommen – falls vorhanden – Erziehungsgutschriften (für Jahre mit Kindern unter 16) und Betreuungsgutschriften (für die Pflege von Angehörigen). Diese fiktiven Einkommensgutschriften erhöhen dein Durchschnittseinkommen, ohne dass du dafür mehr eingezahlt hast.
Schritt 2: Vollrentenskala (Skala 44)
Das Durchschnittseinkommen wird auf die Skala 44 angewendet – die Tabelle für die volle Beitragsdauer. Vereinfacht gilt:
- Bis ca. CHF 15’120 Durchschnittseinkommen → es resultiert die Minimalrente von CHF 1’260/Monat.
- Ab ca. CHF 90’720 Durchschnittseinkommen → es resultiert die Maximalrente von CHF 2’520/Monat.
- Dazwischen steigt die Rente in zwei Stufen (ein flacherer und ein steilerer Abschnitt) an.
Schritt 3: Beitragsdauer (Teilrente bei Lücken)
Hast du keine vollen 44 Jahre eingezahlt, wird die Vollrente aus Schritt 2 anteilig gekürzt. Statt der Skala 44 kommt eine Teilrentenskala zur Anwendung. Faustregel: Pro fehlendes Beitragsjahr verlierst du rund 2,3 % der Rente – über ein ganzes Rentnerleben summiert sich das auf mehrere tausend Franken.
Eine seriöse, individuelle Berechnung kannst du jederzeit kostenlos bei deiner Ausgleichskasse anfordern (Rentenvorausberechnung). Die offiziellen Rechner und Merkblätter findest du gebündelt auf admin.ch und beim BSV.
Die 13. AHV-Rente: Was sich 2026 ändert
Seit 2026 wird eine 13. AHV-Rente ausbezahlt – das Ergebnis der entsprechenden Volksabstimmung. Konkret heisst das: Du erhältst pro Jahr eine zusätzliche Monatsrente, vergleichbar mit einem 13. Monatslohn. Die 13. Rente entspricht der Höhe deiner ordentlichen Monatsrente.
Ein Rechenbeispiel für eine Einzelperson mit Maximalrente:
- Bisher: 12 × CHF 2’520 = CHF 30’240 pro Jahr
- Neu mit 13. Rente: 13 × CHF 2’520 = CHF 32’760 pro Jahr
Beitragslücken: der häufigste und teuerste Fehler
Beitragslücken entstehen schneller, als man denkt. Typische Ursachen sind:
- Auslandaufenthalte ohne freiwillige AHV-Beiträge
- Studium oder Weiterbildung ohne Erwerbstätigkeit nach dem 20. Lebensjahr
- Erwerbsunterbrüche (z. B. Sabbatical, Arbeitslosigkeit ohne Taggeld)
- Vergessene Beiträge als Nichterwerbstätige (etwa bei Ehepartnern ohne eigenes Einkommen, wenn der erwerbstätige Partner nicht mindestens den doppelten Mindestbeitrag zahlt)
Ein Beispiel zeigt die Tragweite: Wer drei Beitragsjahre fehlt, verliert rund 7 % der Rente. Bei einer Maximalrente sind das etwa CHF 176 pro Monat – über 20 Rentnerjahre und inklusive 13. Rente schnell über CHF 45’000.
Reicht die AHV im Alter aus?
Die ehrliche Antwort: meistens nicht allein. Die AHV soll laut Verfassung zusammen mit der Pensionskasse (2. Säule) den «gewohnten Lebensstandard in angemessener Weise» sichern – als Faustregel etwa 60 % des letzten Lohns. Die AHV-Maximalrente von CHF 2’520 deckt für viele Haushalte aber nur einen Teil der laufenden Kosten.
Genau hier entsteht die Vorsorgelücke: die Differenz zwischen deinem Wunscheinkommen im Alter und dem, was AHV und Pensionskasse tatsächlich liefern. Wie gross deine persönliche Lücke ist, kannst du mit unserem Vorsorgelücken-Rechner in wenigen Minuten ermitteln. Geschlossen wird sie typischerweise über die Säule 3a (2026: max. CHF 7’258 mit Pensionskasse) und privates Sparen.
Eng damit verknüpft ist die Frage beim Pensionskassen-Bezug: Soll das Guthaben als lebenslange Rente oder als Kapital bezogen werden? Die Vor- und Nachteile beleuchten wir im Detail im Ratgeber Kapital oder Rente aus der Pensionskasse.
Checkliste: AHV-Rente realistisch einschätzen
- Kontoauszug bestellen bei deiner Ausgleichskasse – prüfe alle Beitragsjahre auf Lücken.
- Lücken der letzten 5 Jahre falls möglich nachzahlen, ältere lassen sich nicht mehr schliessen.
- Erziehungs- und Betreuungsgutschriften prüfen – sie erhöhen dein massgebendes Einkommen.
- Bei Verheirateten den Ehepaar-Plafond (CHF 3’780/Mt.) einkalkulieren – zwei Maximalrenten gibt es nicht.
- 13. AHV-Rente in die Jahresbudgetplanung aufnehmen.
- Vorsorgelücke berechnen und mit Säule 3a sowie 2. Säule schliessen.
Kurz zusammengefasst
Deine AHV-Rente entsteht aus Beitragsjahren (Ziel: 44 für die Vollrente) und deinem Durchschnittseinkommen (Skala 44). 2026 liegt die Spanne für Einzelpersonen zwischen CHF 1’260 und CHF 2’520 pro Monat, Ehepaare sind auf CHF 3’780 plafoniert. Neu erhältst du eine 13. AHV-Rente als zusätzliche Jahresrente. Wer früh prüft, ob Beitragslücken bestehen, und die eigene Vorsorgelücke kennt, trifft die besseren Entscheidungen für den Ruhestand.
Zur Einordnung des wirtschaftlichen Umfelds: Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegt nach dem Entscheid vom 18. Juni 2026 weiterhin bei 0,00 % – das tiefe Zinsniveau macht die freiwillige Vorsorge mit der dritten Säule und renditeorientierten Anlagen umso wichtiger.
Stand: 2026. Alle Beträge basieren auf den offiziellen AHV-Werten 2026. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und stellt keine Finanz- oder Steuerberatung dar. Für eine verbindliche Rentenvorausberechnung wende dich an deine Ausgleichskasse oder das BSV.
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Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanz- oder Anlageberatung.