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Versicherung27. Juni 20268 Min. Lesezeit· Von der CashKompass Redaktion

Welche Franchise lohnt sich? 300 oder 2500 (Break-even 2026)

Welche Franchise lohnt sich 2026? Break-even, Selbstbehalt-Regel und Rechenbeispiele für 300 vs. 2500 Franken – mit klarer Entscheidungshilfe.

Welche Franchise lohnt sich? 300 oder 2500 (Break-even 2026)
Welche Franchise lohnt sich? 300 oder 2500 (Break-even 2026)

Jedes Jahr im Herbst stellt sich dieselbe Frage: Soll ich die tiefste Franchise von CHF 300 behalten oder auf CHF 2'500 wechseln? Die Antwort entscheidet über mehrere Hundert Franken pro Jahr. Wer gesund ist und wenig zum Arzt geht, verschenkt mit einer tiefen Franchise bares Geld – wer chronisch krank ist, zahlt mit einer hohen Franchise drauf. Dieser Ratgeber zeigt, welche Franchise sich lohnt, wo der mathematische Break-even-Punkt liegt und wie der Selbstbehalt von 10 Prozent die Rechnung beeinflusst. Mit konkreten Zahlen für 2026 und einer Tabelle, die Sie direkt auf Ihre Situation übertragen können.

Wie Franchise und Selbstbehalt 2026 funktionieren

In der obligatorischen Grundversicherung (KVG) tragen Sie einen Teil Ihrer Gesundheitskosten selbst. Dieser Teil besteht aus drei Bausteinen, die Sie kennen müssen, bevor Sie die Franchise wählen:

  • Franchise: Der Betrag, den Sie pro Kalenderjahr vollständig selbst zahlen, bevor die Krankenkasse überhaupt etwas übernimmt. Für Erwachsene wählbar zwischen CHF 300 (Ordentliche Franchise) und CHF 2'500 (höchste Wahlfranchise).
  • Selbstbehalt: Sind die Kosten höher als Ihre Franchise, zahlen Sie auf den darüber liegenden Betrag zusätzlich 10 Prozent – aber maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene.
  • Spitalbeitrag: Bei stationärem Spitalaufenthalt kommen CHF 15 pro Tag dazu (in den folgenden Beispielen der Einfachheit halber ausgeklammert).
Die wählbaren Franchisestufen für Erwachsene sind CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500. Je höher die Franchise, desto tiefer die Monatsprämie. Genau dieser Prämienrabatt ist der Hebel, der eine hohe Franchise attraktiv macht. Die offiziellen Regeln zur Kostenbeteiligung finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Das maximale Kostenrisiko ist gedeckelt

Wichtig für die Entscheidung: Ihr finanzielles Risiko ist nach oben begrenzt. Egal wie hoch Ihre Arztrechnungen ausfallen, mehr als Franchise + CHF 700 Selbstbehalt zahlen Sie pro Jahr nie selbst (Spitalbeitrag ausgenommen).

FranchiseMax. SelbstbehaltMaximales Kostenrisiko pro Jahr
CHF 300CHF 700CHF 1'000
CHF 500CHF 700CHF 1'200
CHF 1'000CHF 700CHF 1'700
CHF 1'500CHF 700CHF 2'200
CHF 2'000CHF 700CHF 2'700
CHF 2'500CHF 700CHF 3'200
Ein 25-Jähriger mit einer 2'500er-Franchise zahlt also im schlimmsten Fall CHF 3'200 aus eigener Tasche – plus Spitalbeiträge. Mehr nicht. Das ist die Obergrenze, die Sie in die Risikoabwägung einbeziehen sollten.

Der Break-even: Ab wann lohnt sich welche Franchise?

Der Kern der Frage welche Franchise sich lohnt ist eine simple Gegenüberstellung: Wie viel Prämie sparen Sie pro Jahr mit der höheren Franchise – und wie viel mehr zahlen Sie im Krankheitsfall selbst?

Nehmen wir den typischen Vergleich CHF 300 gegen CHF 2'500. Der Prämienrabatt zwischen diesen beiden Stufen liegt 2026 je nach Kasse und Kanton bei rund CHF 1'400 bis 1'500 pro Jahr (bei vielen Anbietern etwa CHF 119 pro Monat). Diese Prämienersparnis ist garantiert – sie fällt an, egal ob Sie krank werden oder nicht.

Dem gegenüber steht die höhere Selbstbeteiligung. Mit der 2'500er-Franchise zahlen Sie die ersten CHF 2'500 Gesundheitskosten komplett selbst, mit der 300er nur die ersten CHF 300. Die Differenz von CHF 2'200 ist Ihr Mehrkosten-Risiko.

Solange Ihre jährlichen Gesundheitskosten unter dem Break-even-Punkt liegen, fahren Sie mit der hohen Franchise günstiger. Dieser Punkt liegt 2026 bei den meisten Krankenkassen zwischen CHF 1'750 und 1'850 Heilungskosten pro Jahr.

Rechenbeispiel: drei Gesundheitsverläufe

Die folgende Tabelle vergleicht für eine Person die Gesamtkosten (Selbstbehalt-Anteile + entgangene Prämienersparnis), je nach tatsächlichen Gesundheitskosten. Wir rechnen mit einer angenommenen Prämienersparnis von CHF 1'440/Jahr zwischen Franchise 300 und 2'500.

Gesundheitskosten/JahrSelbstbeteiligung mit CHF 300Selbstbeteiligung mit CHF 2'500Vorteil 2'500 nach Prämienrabatt
CHF 0CHF 0CHF 0+ CHF 1'440
CHF 1'000CHF 370CHF 1'000+ CHF 810
CHF 1'800CHF 450CHF 1'800+ CHF 90
CHF 2'500CHF 520CHF 2'500– CHF 540
CHF 5'000CHF 770CHF 2'950– CHF 740
Lesehilfe zur Spalte ganz rechts: Ein Plus heisst, die 2'500er-Franchise ist günstiger; ein Minus heisst, die 300er-Franchise lohnt sich mehr. Beachten Sie, wie bei der 300er-Franchise der Selbstbehalt ab rund CHF 7'300 Gesundheitskosten die Deckelung von CHF 700 erreicht (CHF 300 + 10 % von CHF 7'000 = CHF 1'000 maximales Risiko).

Das Beispiel zeigt deutlich: Bei null bis moderaten Kosten gewinnt die hohe Franchise klar. Erst wenn die Gesundheitskosten den Break-even von rund CHF 1'800 überschreiten, kippt die Rechnung zugunsten der tiefen Franchise.

Für wen sich welche Franchise lohnt

Die Mathematik allein reicht nicht – entscheidend ist, wie gut Sie Ihre kommenden Gesundheitskosten abschätzen können. Wer planbare, regelmässige Behandlungen hat, sollte anders entscheiden als jemand mit unvorhersehbarem Verlauf.

CHF 2'500 (höchste Franchise) lohnt sich für:

  • Junge, gesunde Erwachsene, die selten zum Arzt gehen und keine laufenden Behandlungen haben.
  • Menschen mit solider Liquiditätsreserve, die im Notfall CHF 3'200 problemlos aufbringen können.
  • Alle, deren erwartete jährliche Gesundheitskosten klar unter CHF 1'800 liegen.

CHF 300 (tiefste Franchise) lohnt sich für:

  • Chronisch Kranke mit regelmässigen Medikamenten, Therapien oder Kontrollen.
  • Schwangere – Mutterschaftsleistungen sind zwar von Franchise und Selbstbehalt befreit, doch begleitende Behandlungen fallen oft trotzdem an, und das Jahr ist ohnehin kostenintensiv.
  • Personen mit bekannten anstehenden Eingriffen (geplante Operation, Zahnstellungs- oder Reha-Behandlungen mit KVG-Anteil).
  • Wer keine finanzielle Reserve hat, um ein hohes Kostenrisiko zu tragen.
Die mittleren Stufen (500, 1'000, 1'500, 2'000) sind in der Praxis selten optimal: Meist lohnt sich entweder die tiefste oder die höchste Franchise. Die Zwischenstufen sind vor allem dann sinnvoll, wenn Sie Ihre Kosten ungefähr in diesem Bereich erwarten und das Risiko der höchsten Stufe scheuen.

Eine oft übersehene Regel: der Mehrjahres-Blick

Wer von einer tiefen auf eine hohe Franchise wechselt, sollte nicht nur ein Jahr betrachten. Über mehrere gesunde Jahre summiert sich die Prämienersparnis von je rund CHF 1'400 zu einem Polster, das ein einzelnes teures Jahr locker abfedert. Faustregel: Wer in den letzten drei Jahren im Schnitt unter CHF 1'800 Gesundheitskosten hatte und keine Verschlechterung erwartet, fährt mit der 2'500er-Franchise statistisch besser.

Franchise wechseln: Fristen und Vorgehen

Die Franchise können Sie jeweils auf den Jahreswechsel anpassen. Für eine Erhöhung der Franchise (z. B. von 300 auf 2'500) gilt eine Kündigungsfrist bis Ende November – die Mitteilung muss bis spätestens 30. November bei Ihrer Kasse sein, damit die neue Franchise ab 1. Januar gilt. Eine Senkung der Franchise ist ebenfalls auf den Jahreswechsel möglich. Vergleichen Sie die aktuellen Prämien aller Kassen für Ihre Gemeinde über den offiziellen Prämienrechner priminfo.admin.ch.

Tipp: Prüfen Sie den Franchisewechsel zusammen mit einem allfälligen Kassenwechsel und der Modellwahl (Hausarzt, Telmed, HMO). Wie Sie dabei vorgehen und welche Fristen gelten, lesen Sie im Ratgeber Krankenkasse wechseln 2026.

Ihre Entscheidung in drei Schritten

  1. Gesundheitskosten schätzen: Schauen Sie sich Ihre Arzt-, Medikamenten- und Therapierechnungen der letzten zwei bis drei Jahre an. Liegt der Schnitt klar unter CHF 1'800?
  2. Prämienrabatt prüfen: Holen Sie sich für Ihre Gemeinde den konkreten Prämienunterschied zwischen Franchise 300 und 2'500. Er schwankt je nach Kasse erheblich.
  3. Risiko abwägen: Können Sie im teuersten Fall CHF 3'200 selbst tragen? Wenn ja und Ihre Kosten unter dem Break-even liegen, ist die hohe Franchise meist die clevere Wahl.
Rechnen Sie Ihren persönlichen Break-even durch – mit unserem Franchise-Rechner sehen Sie in wenigen Sekunden, welche Stufe für Ihre erwarteten Gesundheitskosten am günstigsten ist. Wie sich die optimierte Prämie in Ihr Haushaltsbudget einfügt, prüfen Sie mit dem Budget-Rechner.

Fazit

Welche Franchise sich lohnt, hängt fast ausschliesslich von Ihren erwarteten Gesundheitskosten ab. Unter rund CHF 1'800 pro Jahr gewinnt die höchste Franchise von CHF 2'500 dank des Prämienrabatts von etwa CHF 1'400 jährlich. Darüber lohnt sich die tiefe Franchise von CHF 300. Der Selbstbehalt von 10 Prozent (maximal CHF 700) deckelt Ihr Risiko und macht die Rechnung planbar: Mehr als Franchise plus CHF 700 zahlen Sie nie. Wer gesund ist, eine Reserve hat und einen kühlen Kopf bewahrt, sollte die hohe Franchise ernsthaft prüfen.

Stand: 2026. Prämienrabatte und Break-even-Punkte variieren je nach Krankenkasse, Modell und Kanton – verifizieren Sie Ihre konkreten Zahlen über priminfo.admin.ch. Dieser Artikel ist keine Finanz- oder Versicherungsberatung.


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Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanz- oder Anlageberatung.