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Hypothek27. Juni 202611 Min. Lesezeit· Von der CashKompass Redaktion

Eigenheim kaufen Schweiz: In 8 Schritten zum Wohneigentum

Eigenheim kaufen Schweiz: Der komplette Fahrplan in 8 Schritten – von Budget und Tragbarkeit über Eigenkapital und Hypothek bis Notar und Übergabe. Mit Checkliste.

Eigenheim kaufen Schweiz: In 8 Schritten zum Wohneigentum
Eigenheim kaufen Schweiz: In 8 Schritten zum Wohneigentum
Die eigenen vier Wände sind für viele der grösste Traum – und der grösste Kauf des Lebens. Ein Eigenheim kaufen in der Schweiz ist kein Bauchentscheid, sondern ein Prozess mit klaren Regeln: 20% Eigenkapital, eine harte Tragbarkeitsrechnung und ein Notartermin, der den Besitz erst rechtsgültig macht. Wer den Ablauf kennt, vermeidet teure Fehler und tritt bei Bank und Verkäufer souverän auf. Dieser Ratgeber führt dich in acht Schritten vom ersten Budget bis zur Schlüsselübergabe – mit Checkliste am Ende.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigenkapital: Mindestens 20% des Kaufpreises, davon mindestens 10% «hartes» Eigenkapital ausserhalb der Pensionskasse.
  • Tragbarkeit: Die kalkulatorischen Wohnkosten dürfen nicht mehr als 33% deines Bruttoeinkommens ausmachen – gerechnet mit 5% kalkulatorischem Zins plus 1% Nebenkosten und Amortisation.
  • Belehnung: Banken finanzieren maximal 80% des Verkehrswerts (1. und 2. Hypothek).
  • Zweite Hypothek: Der Teil über 66⅔% Belehnung muss innert 15 Jahren amortisiert werden.
  • Nebenkosten: Rechne mit rund 5% des Kaufpreises für Notar, Grundbuch und Handänderungssteuer – zusätzlich zum Eigenkapital.

Schritt 1: Budget und Tragbarkeit ehrlich klären

Bevor du das erste Inserat anschaust, musst du wissen, was du dir wirklich leisten kannst. Die Bank rechnet nicht mit den aktuell tiefen Zinsen, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5% – als Puffer für den Fall, dass die Zinsen steigen. Dazu kommen pauschal 1% für Unterhalt und Nebenkosten sowie die Amortisation der zweiten Hypothek.

Die goldene Regel: Diese gesamten kalkulatorischen Wohnkosten dürfen maximal 33% deines Bruttoeinkommens betragen.

PostenBetrag
KaufpreisCHF 1'000'000
Hypothek (80%)CHF 800'000
Kalkulatorischer Zins (5%)CHF 40'000/Jahr
Unterhalt und Nebenkosten (1%)CHF 10'000/Jahr
Amortisation (2. Hypothek)CHF 8'880/Jahr
Jährliche WohnkostenCHF 58'880
Nötiges Bruttoeinkommen≈ CHF 178'000
Wichtig: Die niedrigen Marktzinsen helfen dir bei der Tragbarkeitsprüfung nicht. Selbst bei einem Leitzins der Schweizerischen Nationalbank von 0,0% (Stand Juni 2026) und Festhypotheken im Bereich von rund 1,5% bis 2,0% bleibt die 5%-Hürde bestehen. Prüfe deine Zahlen vorab mit unserem Hypothekenrechner, bevor du dich verliebst.

Schritt 2: Eigenkapital zusammenstellen – und «hartes» EK verstehen

Für ein Eigenheim brauchst du mindestens 20% Eigenkapital. Bei einem Objekt für CHF 1'000'000 sind das CHF 200'000. Doch nicht jeder Franken zählt gleich.

Die 10% «hartes» Eigenkapital

Seit den Verschärfungen der Selbstregulierung müssen mindestens 10% des Kaufpreises aus Mitteln stammen, die nicht aus der Pensionskasse kommen. Als hartes Eigenkapital gelten:

  • Sparguthaben und Bargeld
  • Wertschriften, ETFs und Aktien aus deinem Depot
  • Guthaben der Säule 3a – 2026 kannst du mit Pensionskasse jährlich bis CHF 7'258, ohne Pensionskasse 20% des Erwerbseinkommens bis CHF 36'288 einzahlen
  • Erbvorbezug oder Schenkung von den Eltern

Die zweiten 10% aus der Pensionskasse

Die restlichen 10% darfst du aus dem BVG-Guthaben beziehen – entweder als Vorbezug (mindestens CHF 20'000, reduziert deine spätere Rente) oder als Verpfändung (Rente bleibt, aber das Geld dient nur als Sicherheit). Welche Variante besser passt, hängt von Alter und Vorsorgesituation ab – dazu lohnt sich der Ratgeber Pensionskasse-Vorbezug für Wohneigentum.

Und nicht vergessen: Die Kaufnebenkosten von rund 5% (Notar, Grundbuch, Handänderungssteuer) zählen nicht zum Eigenkapital und müssen zusätzlich bereitstehen.

Schritt 3: Finanzierung strukturieren – 1. und 2. Hypothek

Banken belehnen ein Eigenheim mit maximal 80% des Verkehrswerts. Diese Belehnung teilt sich in zwei Teile:

  • 1. Hypothek: bis 66⅔% des Werts – muss nicht zwingend amortisiert werden.
  • 2. Hypothek: der Teil zwischen 66⅔% und 80% – muss innert 15 Jahren oder bis zur Pensionierung zurückgezahlt (amortisiert) werden.
Bei der Amortisation hast du die Wahl zwischen direkt (du zahlst die Schuld direkt ab) und indirekt (du zahlst in die Säule 3a ein und tilgst die Hypothek erst später, mit Steuervorteil). Die Unterschiede erklärt der Beitrag Hypothek amortisieren: direkt oder indirekt.

Beim Zinsmodell entscheidest du zwischen Festhypothek (planbare Kosten über 5 bis 15 Jahre) und SARON-Hypothek (variabel am Geldmarkt). Bei einem SNB-Leitzins von 0,0% sind beide Modelle derzeit günstig – mit knappem Budget gibt eine Festhypothek mehr Sicherheit.

Schritt 4: Kaufen oder doch mieten? Den Vergleich machen

Eigentum ist nicht automatisch günstiger als Miete. Neben Hypothekarzinsen fallen Unterhalt, Nebenkosten und der Eigenmietwert an, der als fiktives Einkommen versteuert wird. Gleichzeitig baust du Vermögen auf statt Miete zu «verbrennen».

Rechne deine konkrete Situation durch, bevor du dich festlegst – unser Mieten-oder-Kaufen-Rechner stellt Mietkosten und Eigentumskosten über die Jahre gegenüber. Faustregel: Je länger du im Objekt bleibst und je höher dein Eigenkapital, desto eher lohnt sich der Kauf.

Schritt 5: Suchen, besichtigen und richtig prüfen

Jetzt beginnt die eigentliche Suche – auf Immobilienportalen, über Makler oder das eigene Netzwerk. Bei der Besichtigung zählt mehr als der erste Eindruck. Prüfe und frage gezielt nach:

  • Bausubstanz und Alter: Dach, Heizung, Fenster, Elektrik, Feuchtigkeit im Keller.
  • Energie: Gebäudeenergieausweis (GEAK), Heizsystem, anstehende Sanierungen.
  • Unterlagen: Grundbuchauszug, Katasterplan, Gebäudeversicherungsausweis, bei Stockwerkeigentum die Reglemente und der Erneuerungsfonds.
  • Lage: Lärm, Verkehrsanbindung, Steuerfuss der Gemeinde, geplante Bauprojekte in der Nachbarschaft.
  • Folgekosten: Renovationsstau, der die «5%-Faustregel» bei den Nebenkosten sprengen kann.
Ein unabhängiges Gutachten oder eine Bauexpertise kostet wenige hundert bis tausend Franken – bei einem Millionenobjekt eine günstige Versicherung gegen böse Überraschungen.

Schritt 6: Reservation und Hypothekarzusage

Hast du dein Objekt gefunden, sicherst du es oft mit einer Reservationsvereinbarung. Vorsicht: Eine Reservationszahlung ist rechtlich heikel – ohne notariellen Vertrag ist ein Immobilienkauf in der Schweiz nicht verbindlich, und überhöhte oder nicht rückzahlbare Reservationsgebühren sind umstritten. Lass dir schriftlich bestätigen, unter welchen Bedingungen du das Geld zurückbekommst.

Parallel holst du die definitive Hypothekarzusage ein. Hole Offerten bei mindestens drei Anbietern ein – Kantonalbank, Raiffeisen, Versicherung oder Online-Plattform. Der Zinsunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot kann über zehn Jahre fünfstellig werden. Die Bank prüft Tragbarkeit, Eigenkapital und lässt das Objekt schätzen (Verkehrswert).

Schritt 7: Notar, öffentliche Beurkundung und Grundbuch

In der Schweiz wird jeder Grundstückkauf durch eine öffentliche Beurkundung beim Notar rechtsgültig (in einigen Kantonen Amtsnotariat, in anderen freie Notare). Der Ablauf:

  1. Verschreibung / Kaufvertrag: Der Notar entwirft den Vertrag und liest ihn beiden Parteien vor. Hier werden Kaufpreis, Übergabedatum, Gewährleistung und Modalitäten festgehalten.
  2. Beurkundung: Käufer und Verkäufer unterzeichnen beim Notar. Erst jetzt ist der Kauf verbindlich.
  3. Schuldbrief: Für die Hypothek wird ein Schuldbrief (meist als Registerschuldbrief) errichtet oder übertragen – das verursacht eigene Kosten.
  4. Eigentumsübertragung im Grundbuch: Der Notar meldet den Eigentümerwechsel beim Grundbuchamt an. Mit der Eintragung wirst du offiziell Eigentümer.
Hier fallen die wesentlichen Nebenkosten an: Notariatsgebühren, Grundbuchgebühren, Schuldbrieferrichtung und – kantonal sehr unterschiedlich – die Handänderungssteuer (0% bis über 3% des Kaufpreises). Den Detailüberblick liefert der Ratgeber Hauskauf Nebenkosten Schweiz.

Schritt 8: Zahlung, Übergabe und Versicherung

Am vereinbarten Termin fliesst der Kaufpreis – die Bank überweist die Hypothek, dein Eigenkapital geht meist über ein Notar-Sperrkonto. Vor der Schlüsselübergabe machst du gemeinsam mit dem Verkäufer einen Rundgang und ein Übergabeprotokoll:

  • Zählerstände (Strom, Wasser, Gas) notieren.
  • Mängel und Zustand festhalten, idealerweise mit Fotos.
  • Schlüssel, Pläne, Garantiescheine und Bedienungsanleitungen übernehmen.
Direkt danach kümmerst du dich um die Versicherungen: Die Gebäudeversicherung ist in den meisten Kantonen obligatorisch (oft kantonale Gebäudeversicherung), dazu kommen Gebäudehaftpflicht und – für deinen Hausrat – die Hausratversicherung. Ummeldungen bei Gemeinde, Post und Versorgern runden den Einzug ab.

Checkliste: Eigenheim kaufen in 8 Schritten

  1. Budget und Tragbarkeit prüfen (max. 33% des Bruttoeinkommens, 5% kalkulatorischer Zins).
  2. Eigenkapital zusammenstellen: 20% gesamt, davon 10% hartes EK plus rund 5% Nebenkosten.
  3. Finanzierung strukturieren: 1. und 2. Hypothek, Amortisation, Zinsmodell.
  4. Kaufen oder mieten durchrechnen.
  5. Objekt suchen und besichtigen, Unterlagen und Bausubstanz prüfen.
  6. Reservation und Hypothekarzusage sichern, mindestens drei Offerten einholen.
  7. Notar, Beurkundung und Grundbucheintrag abwickeln, Nebenkosten einplanen.
  8. Zahlung, Übergabeprotokoll und Versicherungen abschliessen.

Häufige Fehler beim Eigenheimkauf

  • Nebenkosten vergessen: Die rund 5% für Notar und Steuern sind zusätzlich zum Eigenkapital fällig und nicht über die Hypothek finanzierbar.
  • Maximalbudget ausreizen: Nur weil die Bank finanziert, musst du nicht ans Limit gehen. Ein Puffer für Sanierungen und Zinsanstiege ist Gold wert.
  • Nur eine Bank fragen: Vergleichen spart über die Laufzeit oft mehrere zehntausend Franken.
  • Eigenmietwert übersehen: Als Eigentümer versteuerst du einen fiktiven Mietwert – das verändert deine Steuerrechnung.
Wer diese acht Schritte diszipliniert durchgeht, kauft kein Eigenheim aus dem Bauch heraus, sondern auf solidem Fundament. Vergleiche, rechne nach und lass dich bei Notar- und Steuerfragen im Zweifel von einer Fachperson begleiten.

Quellen und weiterführende Informationen:

Stand: 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Finanz- oder Steuerberatung dar. Für deine individuelle Situation ziehe eine qualifizierte Fachperson bei.

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Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanz- oder Anlageberatung.