Robo-Advisor Schweiz 2026: True Wealth, Selma & Co. im Vergleich
Robo Advisor Schweiz im Vergleich 2026: Funktionsweise, Gebühren und die Anbieter True Wealth, Selma, Inyova, findependent und Yuh – für wen sich was lohnt.
Ein Robo Advisor in der Schweiz nimmt dir die mühsamste Hürde beim Investieren ab: das laufende Verwalten deines Portfolios. Du beantwortest ein paar Fragen zu Anlagehorizont und Risiko, zahlst regelmässig ein – und die Software kauft, verkauft und gewichtet automatisch breit gestreute ETF. Bei einem Leitzins der Schweizerischen Nationalbank von 0 Prozent (Stand: Entscheid vom 18. Juni 2026) wirft das Sparkonto kaum mehr etwas ab. Genau deshalb sind digitale Vermögensverwalter wie True Wealth, Selma oder findependent so beliebt geworden. Dieser Ratgeber zeigt nüchtern, wie sie funktionieren, was sie kosten und für wen sich welcher Anbieter eignet.
Was ist ein Robo-Advisor – und wie funktioniert er?
Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung. Statt dass ein teurer Bankberater dein Geld betreut, übernimmt das ein Algorithmus nach klaren Regeln. Der Ablauf ist bei fast allen Anbietern gleich:
- Risikoprofil: Du beantwortest Fragen zu Alter, Anlagehorizont, Erfahrung und Verlusttoleranz.
- Strategie: Daraus leitet die App eine Aktienquote ab – zum Beispiel 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Obligationen.
- Umsetzung: Dein Geld wird in günstige, breit gestreute ETF investiert (Welt-Aktien, Anleihen, teils Immobilien und Gold).
- Rebalancing: Verschieben sich die Gewichte durch Kursbewegungen, kauft und verkauft die Software automatisch nach, damit deine Zielstrategie erhalten bleibt.
Was kostet ein Robo-Advisor in der Schweiz?
Die Gesamtkosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen – darauf solltest du achten, denn jeder Prozentpunkt frisst über Jahrzehnte spürbar Rendite:
- Verwaltungsgebühr des Anbieters: typischerweise 0,25 bis 1,2 Prozent pro Jahr, oft degressiv (sinkt mit steigendem Vermögen).
- Produktkosten (TER) der ETF selbst: meist 0,12 bis 0,25 Prozent pro Jahr – die zahlst du indirekt über den Fonds, nie an den Robo-Advisor.
- Nebenkosten: Fremdwährungsaufschläge, Stempelabgaben und Börsengebühren. Diese fallen je nach Anbieter unterschiedlich an.
Die wichtigsten Anbieter im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt die Konditionen der bekanntesten Schweizer Robo-Advisor (Stand: 2026). Die Angaben können sich ändern – prüfe vor dem Abschluss immer die aktuellen Gebührenseiten der Anbieter.
| Anbieter | Verwaltungsgebühr p.a. | Mindestbetrag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| True Wealth | 0,25 – 0,50 % | CHF 8'500 | Tiefste Kosten, Säule 3a gebührenfrei |
| Selma | ca. 0,42 – 0,68 % | CHF 2'000 | Ganzheitlicher Finanzcoach |
| Inyova | 0,6 – 1,2 % | CHF 2'000 | Impact Investing / Nachhaltigkeit |
| findependent | 0 – 0,40 % | CHF 500 | Sehr tiefer Einstieg, App-first |
| Yuh | 0,5 % je Trade | ab CHF 10 | Neobank, keine Depotgebühr |
True Wealth – der Kosten-Champion
True Wealth ist der Pionier unter den Schweizer Robo-Advisorn (seit 2013) und besonders für grössere Vermögen attraktiv. Die Verwaltungsgebühr liegt degressiv zwischen 0,25 und 0,50 Prozent pro Jahr, dazu kommen ETF-Kosten von rund 0,12 Prozent und ein kleiner Fremdwährungsaufschlag. Der Mindestbetrag von CHF 8'500 ist der höchste im Feld – dafür ist die Säule 3a bei True Wealth gebührenfrei (nur die ETF-Kosten von ca. 0,12 Prozent fallen an), was sie zu einer der günstigsten 3a-Lösungen am Markt macht. Ideal für kostenbewusste Anleger mit etwas Startkapital.
Selma – der digitale Finanzcoach
Selma versteht sich nicht nur als Anlage-Tool, sondern als ganzheitlicher Finanzbegleiter: Die App schaut auch auf deine Liquidität, Versicherungen und Sparziele. Die Verwaltungsgebühr ist gestaffelt und liegt etwa zwischen 0,42 und 0,68 Prozent pro Jahr, plus rund 0,22 Prozent ETF-Kosten. Der Einstieg ist ab CHF 2'000 möglich. Das Geld liegt bei der Saxo Bank (Schweiz) AG. Selma eignet sich für alle, die persönliche Begleitung und einen Rundumblick auf ihre Finanzen schätzen.
Inyova – Investieren mit Wirkung
Inyova hat sich auf Impact Investing spezialisiert: Du wählst Themen wie saubere Energie, Geschlechtergleichheit oder Kreislaufwirtschaft, und dein Portfolio wird entsprechend bestückt. Das hat seinen Preis – die Gebühr liegt je nach Guthaben zwischen 0,6 und 1,2 Prozent pro Jahr (1,2 Prozent bis CHF 50'000), beim 3a-Produkt rund 0,80 Prozent. Der Mindestbetrag beträgt CHF 2'000. Für Anlegerinnen und Anleger, denen die Wirkung ihres Geldes wichtiger ist als die letzte Kommastelle bei den Kosten, ist Inyova eine durchdachte Wahl.
findependent – der günstige App-Einstieg
findependent richtet sich an Einsteiger: Du investierst bereits ab CHF 500, dem tiefsten Mindestbetrag im Feld. Für die ersten CHF 2'000 fallen dauerhaft keine Verwaltungs- und Depotgebühren an; darüber beträgt die Gebühr 0,40 Prozent und sinkt ab CHF 50'000 schrittweise bis auf 0,29 Prozent. Dazu kommen ETF-Kosten von 0,12 bis 0,25 Prozent. Die App ist intuitiv, der Steuerauszug ist inklusive. Eine eigene Säule-3a-Lösung ist für Sommer 2026 angekündigt. Perfekt, um mit kleinen Beträgen Erfahrung zu sammeln.
Yuh – Neobank mit Sparplan-Funktion
Yuh ist streng genommen kein klassischer Robo-Advisor, sondern eine All-in-One-Finanz-App von Swissquote (seit Juli 2025 zu 100 Prozent in deren Besitz). Du baust dein Portfolio selbst aus ETF, Aktien oder Krypto zusammen – einen automatischen Sparplan gibt es ab CHF 10, wöchentlich oder monatlich. Statt einer jährlichen Verwaltungsgebühr zahlst du eine Transaktionsgebühr von 0,5 Prozent pro Kauf und Verkauf, dafür keine Depotgebühr. Wer selbst die Kontrolle behalten und ganz klein anfangen will, fährt mit Yuh gut – das Rebalancing musst du dann aber selber machen.
Robo-Advisor und die Säule 3a
Mehrere Anbieter koppeln ihre Anlagelösung mit einer Säule 3a. Das ist attraktiv, weil du den 3a-Maximalbetrag steuerlich vom Einkommen abziehen kannst: 2026 sind das mit Pensionskasse CHF 7'258, ohne Pensionskasse 20 Prozent des Erwerbseinkommens bis maximal CHF 36'288 (BSV). Neu sind rückwirkende 3a-Einkäufe bis zehn Jahre möglich. Wer seine Vorsorge in Wertschriften statt auf ein Zinskonto legt, profitiert über Jahrzehnte vom Zinseszins – langfristig liegt die nominale Aktienrendite historisch bei rund 6 Prozent pro Jahr.
Bei der Wahl zählt vor allem die Gebühr: True Wealth verzichtet in der 3a komplett auf die Verwaltungsgebühr, bei Inyova 3a sind es rund 0,80 Prozent. Einen detaillierten Kostencheck der Vorsorgelösungen findest du in unserem Säule-3a-Vergleich.
Für wen lohnt sich ein Robo-Advisor?
Ein Robo-Advisor ist die richtige Wahl, wenn du:
- wenig Zeit oder Lust hast, dich selbst um Auswahl und Rebalancing zu kümmern,
- ein breit gestreutes, regelbasiertes Portfolio willst, ohne dich in ETF-Details zu vertiefen,
- zu emotionalen Entscheidungen neigst und eine Maschine dich davor schützen soll,
- bereit bist, für diesen Komfort 0,3 bis 1 Prozent pro Jahr zu zahlen.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
- Gesamtkosten statt Werbezahl: Verwaltungsgebühr plus TER plus Nebenkosten zusammenrechnen.
- Mindestbetrag: Passt er zu deinem Startkapital? findependent (CHF 500) und Yuh (ab CHF 10) sind am niedrigsten.
- Depotbank und Einlagensicherung: Dein Geld liegt bei einer Schweizer Bank in deinem Namen. Bareinlagen sind bis CHF 100'000 geschützt; investierte ETF sind Sondervermögen und vom Konkurs der Bank unabhängig.
- Steuern: Kapitalgewinne sind für Privatpersonen in der Schweiz steuerfrei, Dividenden hingegen steuerbar. Auf Schweizer Erträgen wird die Verrechnungssteuer von 35 Prozent abgezogen, die du über die Steuererklärung zurückholst (ESTV).
- Nachhaltigkeit: Wenn dir Impact wichtig ist, lohnt der Blick auf Inyova oder die ESG-Strategien der übrigen Anbieter.
Fazit
Robo-Advisor haben das Investieren in der Schweiz demokratisiert: günstig, automatisch und ohne Vorwissen. True Wealth punktet mit den tiefsten Kosten und gebührenfreier 3a, findependent mit dem niedrigsten Einstieg, Selma mit ganzheitlicher Beratung, Inyova mit Wirkung und Yuh mit maximaler Flexibilität. Die «beste» Lösung gibt es nicht – sie hängt von deinem Startkapital, deinem Zeitbudget und deinen Werten ab. Rechne immer die Gesamtkosten, prüfe die aktuellen Konditionen und starte am besten mit einem Betrag, dessen Schwankungen du nachts ruhig schlafen lassen.
Stand: 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Finanz- oder Steuerberatung. Konditionen der Anbieter können sich ändern – prüfe vor jedem Abschluss die offiziellen Quellen.
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Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanz- oder Anlageberatung.