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Vorsorge27. Juni 20269 Min. Lesezeit· Von der CashKompass Redaktion

Säule 3a gestaffelt beziehen — Steuern sparen mit mehreren Konten

Säule 3a Auszahlung Steuern senken: Wie du mit mehreren Konten und gestaffeltem Bezug die Progression brichst und tausende Franken Kapitalsteuer sparst.

Säule 3a gestaffelt beziehen — Steuern sparen mit mehreren Konten
Säule 3a gestaffelt beziehen — Steuern sparen mit mehreren Konten

Jahrelang hast du brav in die Säule 3a einbezahlt und bei jeder Steuererklärung den Abzug genossen. Doch beim Bezug schlägt der Fiskus ein letztes Mal zu: Auf jede Auszahlung fällt eine Kapitalauszahlungssteuer an. Wer das gesamte 3a-Vermögen in einem einzigen Jahr abhebt, zahlt wegen der Progression unnötig viel. Das Thema säule 3a auszahlung steuern lässt sich aber clever gestalten – mit mehreren Konten und einem über mehrere Jahre gestaffelten Bezug. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie die Besteuerung funktioniert, wie viel ein gestaffelter Bezug konkret spart und worauf du bei Kanton, Timing und Zusammenrechnung achten musst.

Wie die Säule 3a beim Bezug besteuert wird

Beim Aufbau deiner Säule 3a hast du jeden einbezahlten Franken vom steuerbaren Einkommen abgezogen. 2026 sind das bis zu CHF 7'258 pro Jahr für Angestellte mit Pensionskasse, beziehungsweise 20 % des Erwerbseinkommens und maximal CHF 36'288 für Selbstständige ohne zweite Säule. Neu lassen sich verpasste Einzahlungen sogar rückwirkend bis zehn Jahre als 3a-Einkauf nachholen.

Beim Bezug wird das angesparte Kapital nicht zum übrigen Einkommen addiert, sondern separat und zu einem privilegierten Sondertarif besteuert. Das ist der grosse Vorteil: Die Auszahlung läuft getrennt von Lohn, Rente oder Mieteinnahmen. Trotzdem ist die Steuer progressiv – je höher der ausbezahlte Betrag in einem Jahr, desto höher der Steuersatz auf diesen Betrag. Genau hier liegt der Hebel zum Sparen.

Besteuert wird in der Regel an deinem Wohnsitz im Auszahlungsjahr. Die Steuer setzt sich zusammen aus Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer und unterscheidet sich daher von Ort zu Ort teils erheblich. Die rechtliche Grundlage und die offiziellen Tarife findest du bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV).

Warum die Progression so teuer wird

Ein vereinfachtes Beispiel macht das Prinzip greifbar. Angenommen, du hast bis zur Pensionierung CHF 150'000 in der Säule 3a angespart, alles auf einem einzigen Konto.

  • Beziehst du diese CHF 150'000 auf einen Schlag, landet der gesamte Betrag in der höchsten Tarifstufe, die für deine Auszahlung greift.
  • Verteilst du denselben Betrag auf drei Tranchen à CHF 50'000 in drei verschiedenen Steuerjahren, wird jede Tranche tiefer eingestuft – die Progression bleibt gebrochen.
Genau das ist der Kern der Strategie. Berechnungen von Anbietern und Vermögensberatern zeigen je nach Kanton vierstellige Einsparungen: In einem Hochsteuerkanton wie Basel-Stadt kann ein gestaffelter Bezug von dreimal CHF 50'000 statt einmal CHF 150'000 rund CHF 4'500 sparen. Die exakte Höhe hängt vom Kanton, vom Zivilstand und vom Gesamtbetrag ab – die Richtung ist aber überall dieselbe: Aufteilen senkt die Steuer.

Mit unserem Säule-3a-Steuerrechner kannst du deine persönliche Auszahlung und die Ersparnis durch Staffelung direkt für deinen Wohnkanton durchrechnen.

Mehrere 3a-Konten – die Grundlage jeder Staffelung

Hier kommt die wichtigste Spielregel: Ein einzelnes 3a-Konto kannst du beim Bezug nur vollständig auflösen – Teilbezüge aus einem Konto sind nicht möglich. Wer staffeln will, muss also von Anfang an mehrere Konten führen.

Eine bewährte Faustregel lautet: Sobald ein 3a-Konto rund CHF 50'000 erreicht, eröffnest du ein neues. Über die Jahre baust du so idealerweise drei bis fünf Konten mit ähnlichen Beträgen auf. Beim Bezug löst du dann pro Jahr ein Konto auf und verteilst die Auszahlungen über mehrere Steuerjahre.

StrategieKontostrukturBezugSteuerwirkung
Ein Konto1 × CHF 150'000alles in einem Jahrvolle Progression, höchste Steuer
Zwei Konten2 × CHF 75'000über zwei JahreProgression halbiert
Drei bis fünf Konten3–5 × ~CHF 30'000–50'000über mehrere Jahretiefste Steuerstufen, maximale Ersparnis
Wer früh plant, hat klar im Vorteil. Du kannst Konten bei verschiedenen Anbietern führen – ob klassisches Zins-3a oder eine wertschriftenbasierte 3a-Lösung. Wie sich ein Wertschriftenkonto langfristig gegenüber einem reinen Zinskonto schlägt, zeigt unser Vergleich Säule 3a vs. ETF.

Achtung: Zusammenrechnung im selben Jahr

Die Staffelung funktioniert nur, wenn du die wichtigste Falle kennst: Bezüge im selben Kalenderjahr werden zusammengerechnet. Löst du zwei 3a-Konten im gleichen Jahr auf, addiert das Steueramt beide Beträge und besteuert sie als eine einzige Auszahlung – die Progression schnappt zu, als hättest du nur ein grosses Konto gehabt.

Konkret bedeutet das:

  • Verschiedene Jahre wählen. Pro Steuerjahr nur ein 3a-Konto auflösen. Der Jahreswechsel (31. Dezember / 1. Januar) ist hier die entscheidende Grenze.
  • Ehepaare beachten. In vielen Kantonen werden Kapitalbezüge von Ehegatten im selben Jahr zusammengerechnet. Plant ihr beide den Bezug, solltet ihr die Auszahlungen auf unterschiedliche Jahre legen.
  • 2.-Säule-Bezug mitdenken. Wird ein Pensionskassenkapital im selben Jahr wie ein 3a-Konto bezogen, zählen beide zusammen. Wer zusätzlich einen Kapitalbezug aus der Pensionskasse plant, sollte diese Tranchen über mehrere Jahre verteilen.
Die Zusammenrechnung ist der häufigste Grund, warum eine an sich gute Staffelung am Schluf doch teuer wird. Plane den Bezugskalender deshalb mehrere Jahre im Voraus.

Wann darf die Säule 3a überhaupt bezogen werden?

Du kannst die Konten frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Rentenalter auflösen und musst sie spätestens bei Erreichen des Rentenalters beziehen – mit Erwerbstätigkeit lässt sich der Bezug um einige Jahre aufschieben. Dieses Zeitfenster ist dein Spielraum für die Staffelung: Über mehrere Jahre verteilt holst du das Maximum heraus.

Ein vorzeitiger Bezug ist nur in bestimmten Fällen erlaubt, etwa bei:

  • Kauf von selbstbewohntem Wohneigentum oder Amortisation einer Hypothek
  • Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
  • definitivem Wegzug aus der Schweiz
  • Bezug einer vollen IV-Rente
Auch diese vorzeitigen Bezüge lösen die Kapitalauszahlungssteuer aus. Wer also ohnehin eine grössere 3a-Auszahlung für den Wohneigentumskauf plant, sollte sie nach Möglichkeit nicht mit einem späteren ordentlichen Bezug ins gleiche Jahr legen.

Kantonale Unterschiede: Wohnort entscheidet mit

Die Höhe der Steuer hängt stark vom Kanton und der Gemeinde ab. Für denselben Bezug zahlst du an einem Ort ein Mehrfaches dessen, was anderswo fällig wäre. Bei einer Auszahlung von CHF 150'000 reicht die Spanne grob von rund CHF 3'000 in steuergünstigen Kantonen bis gegen CHF 10'000 in Hochsteuerkantonen.

Hinzu kommt: Die meisten Kantone besteuern progressiv, einige wenige – etwa Glarus, Obwalden, St. Gallen, Thurgau und Uri – wenden einen linearen (proportionalen) Satz an. In Kantonen mit linearem Tarif bringt die Staffelung weniger, weil der Steuersatz unabhängig von der Höhe gleich bleibt. In progressiven Kantonen wie Zürich oder Basel-Stadt lohnt sie sich dagegen besonders.

Ein Wohnsitzwechsel vor dem Bezug kann die Steuer zusätzlich senken – aber nur, wenn der Wohnsitz im Auszahlungsjahr tatsächlich und nicht nur pro forma verlegt wird. Die Steuerbehörden prüfen solche Konstellationen genau. Prüfe deine kantonalen Tarife über das offizielle Portal admin.ch oder direkt bei deiner kantonalen Steuerverwaltung.

Aktueller Hinweis: geplante Steuererhöhung vorerst vom Tisch

Im Rahmen des bundesrätlichen Entlastungspakets war eine höhere Besteuerung der Kapitalbezüge aus 2. und 3. Säule vorgesehen. Das Parlament hat diese Massnahme in der Frühjahrssession 2026 jedoch verworfen – Ständerat und Nationalrat lehnten die Steuererhöhung ab. Für Bezüge gilt damit weiterhin der bisherige privilegierte Sondertarif, und die Staffelungsstrategie behält ihre volle Wirkung.

Die Diskussion ist damit nicht endgültig beendet: Künftige Reformschritte könnten das Thema erneut aufgreifen. Wer in den nächsten Jahren bezieht, sollte die Entwicklung beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) und in den offiziellen Mitteilungen auf admin.ch im Auge behalten.

Schritt-für-Schritt zur optimalen 3a-Auszahlung

So gehst du in der Praxis vor:

  1. Frühzeitig mehrere Konten eröffnen – spätestens, wenn ein Konto rund CHF 50'000 erreicht, ein neues eröffnen. Ziel: drei bis fünf ähnlich grosse Konten.
  2. Bezugsfenster festlegen – die fünf Jahre vor dem Rentenalter (mit Aufschub bei Erwerbstätigkeit) als Zeitraum für die Staffelung nutzen.
  3. Pro Jahr nur ein Konto auflösen – um die Zusammenrechnung und damit die Progression zu vermeiden.
  4. 2.-Säule- und Ehepartner-Bezüge koordinieren – PK-Kapital und Bezüge des Partners in andere Jahre legen.
  5. Kanton prüfen – in progressiven Kantonen bringt die Staffelung am meisten; bei linearem Tarif weniger.
  6. Durchrechnen – mit dem Säule-3a-Steuerrechner die konkrete Ersparnis für deine Situation ermitteln.
Schon eine Aufteilung auf zwei bis drei Jahre kann je nach Kanton mehrere tausend Franken sparen – Geld, das sonst ohne Gegenleistung an den Fiskus geht.

Fazit

Beim Thema säule 3a auszahlung steuern entscheidet vor allem das Timing. Die Kapitalauszahlungssteuer ist progressiv, lässt sich aber durch mehrere Konten und einen über Jahre gestaffelten Bezug spürbar senken. Die wichtigsten Regeln: nur ein Konto pro Jahr auflösen, Bezüge im selben Jahr (auch von Partner und Pensionskasse) vermeiden und den eigenen Kanton kennen. Wer früh genug plant und mehrere 3a-Konten aufbaut, sichert sich die volle Wirkung – und behält am Ende mehr von dem, was er jahrelang angespart hat.


Stand: 2026. Alle Beträge und Tarife können sich ändern; massgebend sind die offiziellen Angaben der ESTV, des BSV und deiner kantonalen Steuerverwaltung. Dieser Beitrag ist keine Finanz- oder Steuerberatung und ersetzt keine individuelle Abklärung.


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Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanz- oder Anlageberatung.